Arthur Schopenhauer : Lebensphilosophie

Arthur Schopenhauer – ein Lebensphilosoph

In der Lebensphilosophie geht es nicht um bloßes theoretisches Wissen, sondern vielmehr um die „unverfälschte Fülle des unmittelbaren Erlebens“ (Philosophisches Wörterbuch, 21. Aufl. 1982). Als einer der Begründer der modernen Lebensphilosophie gilt Arthur Schopenhauer. Zur Lebensphilosophie Schopenhauers bereitet der Arthur-Schopenhauer-Studienkreis eine ausführliche Darstellung vor, die unter http://www.arthur-schopenhauer-studienkreis.de veröffentlicht wird. Deshalb kann ich mich hier auf die Frage beschränken, welche Bedeutung Arthur Schopenhauer als Lebensphilosoph für das persönliche Leben haben kann. Eine Antwort auf diese Frage gab zum Beipiel Arthur Hübscher, der sich so intensiv wie kaum ein anderer mit Leben und Werk Schopenhauers befasst hatte. Dieser schrieb am Schluss seiner Selbstbiografie, die den bezeichenden Titel trägt „Leben mit Schopenhauer“ (1966):

„Ich habe viele Menschen und viel unnützes Gepäck auf meiner Lebensreise zurückgelassen. Schopenhauer habe ich mitgenommen,
– er hat mich nie im Stich gelassen. Er wird auch da sein, wenn es an der Zeit ist abzutreten.“

Thomas Mann fand bei Schopenhauer „ein Wahrheitserlebnis …,
so hieb- und stichfest, so richtig, wie ich es sonst in der Philosophie
nicht gefunden habe.“ Schopenhauers Denken, so der Philosoph Max Horkheimer, ist „unendlich aktuell“. Die Aktualität Schopenhauers, bezogen auf das Leben des Einzelnen, wird, wie ich hoffe, sich auch in diesem Blog widerspiegeln.

H.B.

Weiteres zu Arthur Schopenhauer und seiner Philosophie
> www.arthur-schopenhauer-studienkreis.de

Die Tierschutzpartei aus der Sicht eines Schopenhauerianers

Schopenhauerianer, die sich in der deutschen Parteienlandschaft umschauen, stoßen auf eine Partei, nämlich die Tierschutzpartei, deren Programm von besonderem Interesse ist:

Die Tierschutzpartei sieht sich laut ihrem Grundsatzprogramm „als Teil der Tierrechtsbewegung, die den Gedanken des Tierschutzes fortentwickelt“.  Arthur Schopenhauer war wohl der erste bedeutende Philosophen der Neuzeit, der sich entschieden für den Tierschutz einsetzte. Darüber hinaus kann er als einer der geistigen Väter der heutigen Tierrechtsbewegung gelten, denn  seine Philosophie enthält eine allumfassende Mitleidsethik und die Forderung nach Gerechtigkeit auch für Tiere.

Wie im Programm der Tierschutzpartei, so verlangte auch Schopenhauer (bereits mehr als 150 Jahre vorher!), Tiere um ihrer selbst willen zu achten und zu schützen. In der Präambel ihres Parteiprogramms stellt die Tierschutzpartei fest:  „Mensch, Tier und Natur sind eine untrennbare Einheit . Der Mensch ist nicht das Maß aller Dinge „. Das ist ganz im Sinne der Philosophie Schopenhauers. Diese enthält eine tiefe metaphysische Begründung, dass Mensch und Tier sich zwar äußerlich unterscheiden, aber letztlich im wesentlich gleich sind. Schopenhauer stand damit im Gegensatz  nicht nur zur damals vorherrschenden Religion, sondern auch  zu den maßgebenden Philosophen seiner Zeit.

Die Philosophie Schopenhauers geht davon aus, dass hinter allen Erscheinungen dieser Welt eine metaphysische Einheit steht, die er „Wille“ nannte.  Insofern ist seine monistische Philosophie eine konsequente Ganzheitslehre.  Wenn die Tierschutzpartei im Grundsatzprogramm ihren „ganzheitlichen Ansatz“ betont, dann meint sie das sicherlich nicht mit der Schopenhauerschen Begründung, aber in den praktischen Folgerungen sehe ich da keine wesentlichen Unterschiede.

H.B.

Weiteres zum Themenkreis Tierschutzpartei – Tierrechte – Schopenhauer

> www.tierrechte-tv.de 
www.arthur-schopenhauer-studienkreis.de

Ein Schopenhauerianer zur Tierschutzpartei

Wenn man sich im Sinne von Arthur Schopenhauer dafür einsetzt, dass Tiere geschützt und geachtet werden, dann ist natürlich eine Partei, bei welcher – im Gegensatz zu anderen Parteien – der Tierschutz ein wesentlicher Programmpunkt ist, von besonderem Interesse. Dementsprechend hatte ich mich schon mal über die Tierschutzpartei in diesem Blog geäußert. Nun besteht wieder Anlass dazu, und zwar durch die Landtagswahl in NRW am 9. Mai 2010.

Bereits im Vorfeld finden dazu in Blogs Diskussionen statt, an denen ich mich beteilige. Ich hoffte dort auf einen sachlich orientierten Meinungsaustausch, bei dem selbstverständlich auch Kritik an der Tierschutzpartei nicht ausgeklammert wird. Meine Hoffnung wurde schwer enttäuscht, denn in den Blogs begegnete ich zum Thema “ Tierschutzpartei “ nicht nur sehr viel Unverständnis, sondern ein Maß an Verunglimpfung, ja Bösartigkeit, dass es schwer wird, bei einem positiven Menschenbild zu bleiben.

Andererseits hat Enttäuschung ja auch etwas Positives, nämlich sie hilft, durch Überwindung der Täuschung der Wahrheit näher zu kommen.

Sich über Menschen zu täuschen, kann zu den bittersten Erfahrungen des Lebens gehören. Bitter ist es aber auch erleben zu müssen, wie manche Menschen glauben, sich über die Tierschutzpartei, ja schlimmer noch, über deren Anliegen, nämlich den Tierschutz, lustig machen zu können. Sie dürfen es auch, denn Tiere haben (wie Sachen) in unserer Rechtsordnung keine Würde. Arthur Schopenhauer war der erste bedeutende westliche Philosoph, der diesen im wahrsten Sinne des  Wortes würdelosen Zustand anprangerte. Diesen Zustand endlich auf politischem Wege (und nur so ist es möglich!) zu ändern, ist Ziel der Tierschutzpartei. Es dürfte daher verständlich sein, wenn ich als Schopenhauerianer dieser Partei zur NRW-Wahl die Daumen drücke.
hb

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