Ein Schopenhauerianer zur Tierschutzpartei

Wenn man sich im Sinne von Arthur Schopenhauer dafür einsetzt, dass Tiere geschützt und geachtet werden, dann ist natürlich eine Partei, bei welcher – im Gegensatz zu anderen Parteien – der Tierschutz ein wesentlicher Programmpunkt ist, von besonderem Interesse. Dementsprechend hatte ich mich schon mal über die Tierschutzpartei in diesem Blog geäußert. Nun besteht wieder Anlass dazu, und zwar durch die Landtagswahl in NRW am 9. Mai 2010.

Bereits im Vorfeld finden dazu in Blogs Diskussionen statt, an denen ich mich beteilige. Ich hoffte dort auf einen sachlich orientierten Meinungsaustausch, bei dem selbstverständlich auch Kritik an der Tierschutzpartei nicht ausgeklammert wird. Meine Hoffnung wurde schwer enttäuscht, denn in den Blogs begegnete ich zum Thema “ Tierschutzpartei “ nicht nur sehr viel Unverständnis, sondern ein Maß an Verunglimpfung, ja Bösartigkeit, dass es schwer wird, bei einem positiven Menschenbild zu bleiben.

Andererseits hat Enttäuschung ja auch etwas Positives, nämlich sie hilft, durch Überwindung der Täuschung der Wahrheit näher zu kommen.

Sich über Menschen zu täuschen, kann zu den bittersten Erfahrungen des Lebens gehören. Bitter ist es aber auch erleben zu müssen, wie manche Menschen glauben, sich über die Tierschutzpartei, ja schlimmer noch, über deren Anliegen, nämlich den Tierschutz, lustig machen zu können. Sie dürfen es auch, denn Tiere haben (wie Sachen) in unserer Rechtsordnung keine Würde. Arthur Schopenhauer war der erste bedeutende westliche Philosoph, der diesen im wahrsten Sinne des  Wortes würdelosen Zustand anprangerte. Diesen Zustand endlich auf politischem Wege (und nur so ist es möglich!) zu ändern, ist Ziel der Tierschutzpartei. Es dürfte daher verständlich sein, wenn ich als Schopenhauerianer dieser Partei zur NRW-Wahl die Daumen drücke.
hb

Übersicht (alphabet. in Stichworten) zu den Themen der Arthur Schopenhauer Blogs > hier

Weiteres zu Arthur Schopenhauer und seiner Philosophie > hier

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11 Gedanken zu “Ein Schopenhauerianer zur Tierschutzpartei

  1. Leider wird die Tierschutzpartei immer wieder und wieder verunglimpft und das nicht nur von „Gegnern“ der Sache, sondern auch von Tierschützern selbst, denen die Tierschutzpartei nicht radikal genug ist.
    Wie paradox – statt an einem Strang zu ziehen, um vorwärts zu kommen, wird gehetzt und Lügen verbreitet.
    Das lässt mich ein wenig pessimistisch in die Zukunft blicken. Wenn schon innerhalb einer (noch) so kleinen Gruppe von Menschen so viel Uneinigkeit und Unsachlichkeit vorherrscht, wie soll denn dann jemals irgend etwas in dieser guten Sache vorwärts gehen?

    Die Antwort ist allerdings für mich auch klar: Durch Wählen der Tierschutzpartei und Unterstützung ihrer Arbeit! Denn je mehr Wähler, desto mehr Einigkeit, desto mehr Stärke, etwas zu verändern.

    Lebte ich in NRW, würde ich ganz sicher mein Kreuzchen bei der Partei Mensch, Umwelt, Tierschutz setzen.

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    1. Vor längerer Zeit las ich, dass die Tierschutzvereine in Deutschland insgesamt etwa 2 Millionen (!) Mitglieder hätten. Auch wenn man Dopppelmitgliedschaften berücksichtigt, ist das eine politisch sehr beachtenswerte Zahl von Wählern. Demnach müsste der Tierschutz in Deutschland schon weit mehr vorangekommen sein, als das leider bisher der Fall ist. Die Tierschutzpartei hätte ein großes Wählerpotential, wenn die Tierschützer wach und vor allem nicht in sich zerstritten sein würden. Du hast leider Recht, die Partei wird auch von „Tierschützern“ verunglimpft, und zwar in einem Maße, wie ich es früher nicht für möglich gehalten hätte. Einen kleinen Eindruck von der Zerstrittenheit kannst du dort bekommen > http://vegan.de/foren/read.php?80,459414 . Die Beiträge dort von „querdenker“ sind 100%ig meine Meinung. Ich freue mich aber, dass Du Dich nicht beirren lässt, und dass wenigstens wir beide uns auch in dieser Frage völlig einig sind! Du kennst ja sicher diesen Spruch, dass, wer kämpft, kann verlieren, wer aber nicht kämpft, hat schon verloren. Das gilt gerade auch im Fall der Tierschutzpartei.

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      1. Ja, so ist es, „wer nicht kämpft, hat schon verloren“.
        Ermutigend finde ich, dass – wenn ich mich recht erinnere – seit einem ganz ähnlichen Thread letztes Jahr zur Bundestagswahl im selben Forum die Anzahl derer gestiegen zu sein scheint, die sich gegen die Partei-Hetze einiger weniger aktiv äußern. 🙂

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      2. Leider bleibt von dem Schmutz, den einige wenige (zumeist anomym aus dem Hinterhalt) auf die Partei werfen, immer etwas haften. Andererseits finde ich es wie Du ermutigend, dass offenbar immer mehr Leute erkennen, um was es sich bei dieser hinterhältigen „Kritik“ handelt, nämlich um Hetze. Nach meinen bisherigen Erfahrungen im Internet bin ich durchaus zuversichtlich, dass sachliche Aufklärung letztlich das beste Säuberungsmittel ist gegen solche Verunreinigungen. 😉

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      3. Wer ernsthaft den Tierschutz voranbringen will, verurteilt andere Ideen und Projekte nicht. Jeder hat die Wahl, sich für Vereine/ Projekte oder auch Parteien einzusetzen, die seiner Meinung nach am Besten dessen persönliche Meinung vertreten. Unterschiedliche persönliche Meinung ziehen aber oft Mauern untereinander. Wie soll man unter diesen Umständen denn nach außen überzeugen? Beim Tierschutz MUSS es um die Tiere gehen und keine persönlichen Machtverhältnisse. Denn dann hat man das Ziel nicht verstanden. Wir müssen nicht da ansetzen, wo Unterschiede sind, sondern wo Gemeinsamkeit zu finden sind! Und Kooperationsprojekte zwischen der Tierschutzpartei und den Grünen zum Thema „Mastkaninchenhaltung“ sind für mich ganz wichtig bei der politischen Arbeit. Das eine Tierschutzpartei zur regierenden Partei wird, ist zu unseren jetztigen Zeit unwahrscheinlich. Aber anstatt sich über sie zu beschweren, dürfen andere gerne die Arbeit aktiv unterstützen. „Nicht labbern, handeln!“ 😉

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      4. Ich lehne nur Ideen und Projekte grundsätzlich ab, die dem Tierschutz schaden und begrüße ALLES, was ihn wirklich voranbringt. Um persönliche Machtverhältnisse geht es mir nicht, denn ich habe keine Macht und weiß aus eigener Erfahrung in der karitativen und politischen Tierschutzarbeit, dass im Tierschutz nur wirklich etwas erreicht werden kann, wenn unter den Tierschützern EINIGKEIT besteht, was leider oft nicht der Fall ist.

        Hierbei ist das Thema „Mastkaninchenhaltung“ für mich ebenfalls ganz wichtig. Übrigens, ich habe ein „weggeworfenes“ Kaninchen viele Jahre als Haustier gehabt. Als Kind hatte ich die enge Käfighaltung und das anschliessende Schlachten von Kaninchen erlebt. Das war einer der Gründe, warum ich Vegetarier und dann Veganer wurde. Später habe ich mich im hiesigen Tierschutzverein / Tierheim und politisch in der Tierschutzpartei (dort als einer der Landesvorsitzenden und stellv. Bundesvorsitzenden) engagiert. Ich erwähne das hier nur, um zu zeigen, dass Deine Forderung, „Nicht labbern, handeln!“, bei mir auf volles Verständnis stößt.

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      5. Tierschutz ist ein sehr umfangreiches Gebiet. Und es ist unmöglich, all die Arbeit auf einige wenige Schultern zu verteilen und sich dann zu wundern, dass es keine Erfolge gibt. Aktiven Tierschutz zu leisten, bedeutet für mich nicht immer gleich die Welt retten zu müssen. Jeder kleine Schritt ist wichtig! Und selbst wenn jemand sich nur Gedanken darüber macht, welche Eier er in seinen Einkauswagen packt. Dann ist das für mich schon ein Erfolg!
        Was die Kaninchenhaltung angeht, habe ich meinen Blog ( http://www.kaninchen-kaefigfrei.blog.de )dem Thema gewidmet.

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      6. Ich bin der gleichen Meinung und finde es sehr gut, dass es nun für das Thema „Kaninchenhaltung“ einen eigenen Blog gibt. Ich lehne die Käfighaltung von Kaninchen ab und freue mich, wenn ich diese frei herumhoppeln sehe. In meiner Wohnung hatte ich allerdings dabei Probleme, denn Kaninchen knabbern gern an elektrischen Kabeln. Es war damals nicht ganz einfach, eine tierfreundliche Lösung zu finden. Aber hier geht es nicht um Hauskaninchen, die bei uns Teil der Familie waren, sondern um die Mastkaninchenhaltung, also um ein politisches Problem.

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      7. Für mich persönlich gibt es keinen Unterschied zwischen Haus-und Schlachtkaninchen. Alle Tiere haben das Recht auf einen artgemäße Haltung! Und das, was in der Massentierhaltung von Kaninchen geschieht, ist für mich ganz klar Tierquälerei! Aber die Menschen müssen erstmal sensibilisiert werden, um zu erkennen, dass sie mit ihrem Verhalten bewusst oder unbewusst Tierquälerei fördern. Und gerade auf Kaninchen trifft folgender Satz sehr gut:“Nur weil sie nichts sagen (können), heißt es nicht, dass es in Ordnung ist!“

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      8. Stimme voll zu! Selbstverständlich gibt es auch für mich keinen Unterschied zwischen Haus- und Schlachtkaninchen. Die Menschen für die bewussten und unbewussten Tierquälereien z. B. über das Internet zu sensibilisieren, halte ich für eine sehr wichtige, ja unbedingt notwendige Aufgabe.

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