Arthur Schopenhauer über Freunde

“ Freunde “ ist ein Wort, das heute derart oft verwendet wird, dass es inzwischen schon fast seinen Wert verloren hat. Häufig bezeichnet es Menschen, die in Wahrheit lediglich gute Bekannte sind, ja bei denen es sich nicht selten nur um ein oberflächliches Bekanntschaftsverhältnis handelt.

Für Arthur Schopenhauer war die beste Gelegenheit die Echtheit eines Freundes zu erproben, der Augenblick, da man diesem ein Unglück, das einen gerade getroffen hat, berichtet: man beobachte dann dessen Gesichtszüge!

Durch das Leben oftmals bestätigt, scheint mir Schopenhauers Erkenntnis zu sein: Einen Freund verliert man selten dadurch, dass man ihm ein Darlehen abschlägt, aber sehr leicht dadurch, dass man es ihm gibt.  

Beim Umgang mit Freunden rät Schopenhauer: Wer im Kleinen rücksichtslos ist, wird im Großen ruchlos sein. – Wer die kleinen Charakterzüge unbeachtet läßt, hat es sich selber zuzuschreiben, wenn er nachmals aus den großen (Charakterzügen) den betreffenden Charakter, zu seinem Schaden, kennenlernt. – Nach demselben Prinzip soll man auch mit sogenannten guten Freunden, selbst über Kleinigkeiten, wenn sie einen boshaften oder schlechten Charakter verraten, sogleich brechen, um dadurch ihren großen Streichen vorzubeugen, die nur auf die Gelegenheit warten, sich einzustellen. Stets denke man: Besser allein als unter Verrätern.

Ob diese ziemlich bitteren Aussagen Schopenhauers zutreffen, mag jeder auf Grund eigener Lebenserfahrungen beurteilen. Eines steht für mich aber fest: Man erspart sich Enttäuschungen, gewinnt aber anderseits kaum Freundschaften, die – auch das soll ja vorkommen – durchaus echt sein können. hb

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