Schopenhauer : Treue Hunde

Der Hund ist mit Recht das Symbol der Treue – meinte Arthur Schopenhauer, und viele Menschen, die nicht nur oberflächliche Erfahrungen mit Hunden haben, sondern mit ihnen zusammen leben, werden das bestätigen können. Hunde bleiben dem Menschen treu, aber bleibt der Mensch auch dem Hund treu? Diese Frage ist durchaus berechtigt, wenn man an die mit Hunden oft überfüllten Tierheime oder die schlimmen Schicksale der Hunde, die als lästig „entsorgt“ wurden, denkt.

Für Schopenhauer war der Hund ein höchst intelligentes und fein fühlendes Wesen. Da der Hund, so beklagte Schopenhauer, ein sehr entwickeltes Nervensystem habe, das ihn für den Schmerz empfänglicher mache, werde er leider oft fürTierversuche verwendet.  Das war nicht nur zu Schopenhauers Zeit so, sondern auch heute noch werden Hunde in nicht selten schrecklichen Tierversuchen gebraucht, ja missbaucht. So sterben allein in deutschen Laboren jährlich etwa 4.000 Hunde: > https://www.tierrechte.de/themen/haustiere/hunde/der-hund-im-tierversuch

Überhaupt war Schopenhauer ein Gegner der oft grauenvollen Tierversuche, die er  in seinen Schriften mit eindrucksvollen Worten anprangerte: > http://www.tierrechte-tv.de/Themen/Schopenhauer-Tierversuchsgegne/schopenhauer-tierversuchsgegne.html
Auch das zeigt, dass es Schopenhauer nicht allein um Hunde ging, sondern um einen besseren Schutz aller Tiere. So gehörte er zu den ersten Mitgliedern des 1841 gegründeten Frankfurter Tierschutzvereins: > http://www.arthur-schopenhauer-studienkreis.de/Tierschutz/tierschutz.html

Der Tierschutz war Schopenhauer ein besonderes Anliegen. Dementsprechend war er wohl der erste weltbedeutende westliche Philosoph, der die Tiere in seine Philosophie voll einbezog und dort auch eine sehr tiefe Begründung für die Tierethik gab. Dazu schrieb Dieter Birnbacher, Professor für Philosophie, in seinem Buch Schopenhauer (Stuttgart 2009, S. 125 f.):

“ Die wichtigste und nachhaltigste Konsequenz, die Schopenhauer aus seiner Mitleidsethik für die Sozialmoral zieht, ist seine differenzierte Einbeziehung der Tiere in die Ethik und die aus seinen Grundprinzipien abgeleitete Forderung nach angemessenem Schutz der leidensfähigen und insbesondere der in Gemeinschaft mit dem Menschen lebenden Tiere vor Quälerei, Ausbeutung und Überforderung. Wenngleich im Einzelnen schwer einzuschätzen ist, welche Entwicklungen der schopenhauerschen Theorie und welche dem allgemeinen Wandel der Mentalität geschuldet sind, ist doch die historische Bedeutung von Schopenhauers Tierethik nicht zu unterschätzen … Die Grundlage von Schopenhauers Tierethik ist dieselbe, die sich auch bereits bei Bentham … findet, nämlich dass das  Wesentliche und Hauptsächliche im Thiere und im Menschen das Selbe ist …“

Treue Hunde begleiteten Schopenhauer bis zuletzt durch sein Leben. So konnte er wohl aus eigener Erfahrung die Worte des spanischen Schriftstellers Larra bestätigen, die er in seinem Werk Parerga und Paralipomena I (§12. Philosophie des Neueren) zitierte:

Wer nie einen Hund gehalten hat, weiß nicht was lieben und geliebt sein ist.

H.B.

Weiteres zu Arthur Schopenhauer und seiner Philosophie > hier

Zum  Thema > Tierethik – Tierrechte – Schopenhauer

 

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