Schopenhauer-Zitate

Arthur Schopenhauer gehört zu den wenigen deutschen Philosophen, die nicht nur wegen ihrer tiefen Einsichten, sondern auch wegen ihrer Kunst, Schwieriges  klar und verständlich auszudrücken, weltberühmt wurden. Der österreichische Schriftsteller Jean Améry nannte Schopenhauer durchaus zutreffend einen Dichter-Philosophen:

„Hier ist einer, der uns anspricht wie ein Freund in vertieften Abendstunden; kein Lehrer, der vom Katheder herab harte Systempanzer uns über die Köpfe stülpt …

Und schließlich der Schriftsteller. Wir werden seinesgleichen kaum noch schauen. Er dachte so weit, so tief ergreifend wie irgendeiner der ganz großen Philosophen vor ihm und nur wenige nach ihm; aber er schrieb eine Sprache von reinstem Kristall. Als einziger deutscher Moralist fand er den Ton eines Montaigne: schlicht und witzig, eindringlich und diskret, elegant im besten Sinne gentlemanlike… Ihm ist wohl nur noch Sigmund Freud an die Seite zu stellen, der die letzten Dinge zu reden verstand wie ein Mensch zu Menschen, nicht wie ein Professor zu überanstrengten Prüfungskandidaten.“(1)

Schopenhauer galt lange Zeit an manchen Universitäten als nicht „kathederfähig“ – und war es mitunter auch noch gegen Ende der 60´er Jahre des vergangenen Jahrhunderts: Seit 1968 nahmen, so heißt es in einer Darstellung zur Geschichte der Schopenhauer-Gesellschaft, „das intellektuelle und akademische Milieu … eine Ausrichtung und Politisierung an, die Schopenhauer im Allgemeinen wenig Sympathie entgegenbrachte … Schopenhauer [sei] aus der zählenden Öffentlichkeit nicht nur verschwunden, sondern als letzter Reaktionär überhaupt nicht diskussionsfähig gewesen.“(2)

Das mag in diesen politisierenden akademischen Kreisen zwar so gewesen sein, aber außerhalb dieser wohl eher als „Sekten“ und lebensfremd  zu bezeichnenden Gruppen war  Schopenhauer keineswegs aus der Öffentlichkeit verschwunden. Nach wie vor wurde und wird Schopenhauer gern und oft zitiert, insbesondere dann, wenn es um lebensphilophische Fragen des Alltags geht.

So ist Arthur Schopenhauer auch im „Großen Krüger Zitatenbuch“ mit vielen Zitaten vertreten, denn „unter den Philosophen, beispielsweise, eignen sich Schopenhauer und Nietzsche weit besser für charakteristische, kurze Zitate als Leibniz, Hegel oder Heidegger …“(3) Dementsprechend hat der Arthur-Schopenhauer-Studienkreis neben seinem Schopenhauer-Online-Lexikon mit Links zu Beiträgen über Schopenhauers Philosophie auch Webseiten mit alphabetisch nach dem jeweiligen Haupt-Stichwort gegliederten Schopenhauer-Zitaten veröffentlicht:

H.B.

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Anmerkungen
(1) Jean Améry , Für Schopenhauer als Erzieher, zit. aus: Über Arthur Schopenhauer, hrsg. von Gerd Haffmans, 3. Aufl., Zürich 1981, S. 165 f., 168 f.
(2) Andreas Hansart, Schopenhauer im 20. Jahrhundert, Geschichte der Schopenhauer-Gesellschaft, Wien-Köln-Weimar 2010, S. 211 f.
(3) Das Große Krüger Zitatenbuch, hrsg. von und zusammengestellt von J. H. Kirchberger, 2. Aufl., Frankfurt am Main 1977, S. 9.

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