Philosophieren – warum?

Es kann viele Gründe zum Philosophieren geben: Oft ist es die Schule oder die Universität, wo man sich mit Philosophie beschäftigt. Manche philosophieren aus beruflichen Gründen, also um damit ihr Brot zu verdienen. Arthur Schopenhauer hat sich über solche “ Philosophen “ etwas geringschätzig geäußert, denn diese würden nicht  für die Philosophie, sondern  von der Philosophie leben.

Jedoch was heißt Philosophieren ?  Das „Philosophische Wörterbuch” übersetzt das griechische Wort Philosophie mit Liebe zur Wahrheit, wobei das Wort „philosophos” zuerst vom vorsokratischen Philosophen Heraklit im Sinne von „ein nach der Natur der Dinge Forschender” verwendet worden sei. Demnach verstehe ich unter Philosophieren das Suchen nach der Wahrheit, nach der wahren Natur unseres Daseins. Hierzu gehört vor allem auch die Frage nach dem Ende des Daseins , dem Tod. Gerade diese Frage hat seit jeher die Menschen, und zwar seit sie wissen, dass sie sterblich sind, zutiefst bewegt.

So stand die Tatsache, dass unser Dasein untrennbar mit Leid und Tod verbunden ist, am Anfang des Philosophierens. Arthur Schopenhauer:

“ … ohne Zweifel ist es das Wissen um den Tod, und neben diesem die Betrachtung des Leidens und der Not des Lebens, was den stärksten Anstoß zum philosophischen Besinnen und zu metaphysischen Auslegungen der Welt gibt. Wenn unser Leben endlos und schmerzlos wäre, würde es vielleicht Keinem einfallen zu fragen, warum die Welt gerade diese Beschaffenheit habe; sondern eben auch sich Alles von Selbst verstehen.“
Arthur Schopenhauer, Zürcher Ausgabe, Werke in zehn Bänden, Diogenes: Zürich 1977, Band III, S. 187 f.

In der Frühzeit der Menschheit war es aber nicht die Philosophie, sondern die Religion, mit der die Menschen versuchten, Antworten auf Leid, Not und Tod, also auf ihre existentiellen Probleme, zu finden. Jedoch irgendwann reichte ihnen die Religion nicht, denn – so Arthur Schopenhauer:

„Mit der Unfähigkeit zum Glauben wächst das Bedürfnis der Erkenntnis. Es gibt einen Siedepunkt auf der Skala der Kultur, wo aller Glaube, alle Offenbarung, alle Auktoriäten (Autoritäten) sich verflüchtigen, der Mensch nach eigener Einsicht verlangt, belehrt, aber auch überzeugt sein will. Das Gängelband der Kindheit ist von ihm abgefallen. Dabei ist sein metaphysisches Bedürfnis so unvertilgbar, wie irgend ein physisches. Dann wird es Ernst mit dem Verlangen nach Philosophie … Mit hohlem Wortkram und impotenten Bemühungen geistiger Kastraten ist da nicht mehr auszureichen; sondern es bedarf dann einer ernstlich gemeinten, d. h. einer auf Wahrheit, nicht auf Gehalt und  Honorare gerichteten Philosophie, die daher nicht frägt, ob sie Ministern oder Räten gefalle, oder dieser oder jener Kirchenpartei der Zeit in ihren Kram passe…“
Arthur Schopenhauer, a. a. O., Band V, S. 138 f.

So wurde – vielleicht nicht für alle Menschen, zumindest aber für eine geistige Elite – das Philosophieren zu einem Bedürfnis. Da es hierbei um die Suche nach der Wahrheit geht, fällt mir dazu ein Ausspruch des ZEN – Meisters Sosan ein, der vor fast 1500 Jahren erklärte:

Ihr braucht die Wahrheit nicht zu suchen,
Wenn ihr nur keinen vorgefassten
Urteilen und Meinungen anhängt.

Ja, LOSLASSEN, darauf kommt es an! Doch können wir so einfach loslassen? Mit dieser Frage, die letztlich eine metaphysische ist, sind wir wieder beim Philosophieren.
hb

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13 Gedanken zu “Philosophieren – warum?

  1. Arthur Schopenhauer konnte seine Philosophie halt ohne Rücksicht auf Verluste praktizieren, weil er finanzielle Rückendeckung hatte. Die meisten Philosophen, damals wie heute, müssen nunmal zusätzlich daran denken, wo sie ihr täglich Brot herbekommen. Ich persönlich halte es nicht für verwerflich, auch (also zusätzlich zum FÜR) VON Philosophie zu leben.
    Zumindest solang es noch die eigene Philosophie ist, und nicht, wie auch oben beschrieben, eine Philosophie, die einzig nach dem Geschmack anderer aufgestellt wird.

    Ein schmaler Grat, ja. Aber durchaus gangbar. Das aktuelle Werk von Foer halte ich z.B. für einen erfolgreichen Versuch, diesen Weg zu gehen.

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    1. Du hast Recht: Schopenhauer konnte es sich finanziell leisten, ohne „Rücksicht auf Verluste“ FÜR die Philosophie zu leben. Ich halte es für verständlich, wenn jemand VON der Philosophie lebt, weil er es nötig hat. Sollten damit jedoch wesentliche Abstriche von der Wahrheit verbunden sein (halbe Wahrheiten sind oft auch Lügen!), fände ich es besser, der / die Betreffende würde sein / ihr Brot auf andere Weise verdienen. Leider habe ich bei vielen Büchern zur Lebensphilosophie den Eindruck, dass es dort vor allem um hohe Verkaufszahlen geht. Zu Foer muss ich mich noch informieren – Danke für den Hinweis!

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      1. Ich nehme an, Du meinst mit dem Bestseller das Buch „Tiere essen“. Mich iritiert dazu – die z. B. über Wikipedia – geäußerte Kritik, dass Foer, obwohl er in seinem Buch auch die Eier- und Milchproduktion stark kritisierte, nur Vegetarier ist. Was seine Honorare angeht, so scheint er ziemlich geschäftstüchtig zu sein, denn er soll bereits für einen seiner ersten Romane einen Vorschuss von einer Million Dollar bekommen haben, was sehr ungewöhnlich ist. Bitte verstehe mich nicht falsch: Ich will hiermit keine negativen Vorurteile verbreiten, sondern einfach nur begründen, warum ich mich zu Foer noch näher informieren muss, um mich Deinem Urteil anschliessen zu können. Ich habe im Laufe der Zeit viele enttäuschende Beispiele erlebt, bei denen die Motive nicht so altruistisch waren, wie es vorher den Anschein hatte. Wie dem auch sei, ich bin gespannt, ob und wann Foer Veganer wird (wenn er es inzwischen nicht schon geworden ist).

        Übrigens, noch eine Frage: Warum sollte ich das Buch gelesen haben? Mehr als Veganer kann ich nicht sein, und gegen die dort angeprangerte Massentierhaltung und Praxis in den Schlachthäusern kämpfe ich seit Jahrzehnten! Wichtiger ist doch, dass Fleischesser dieses Buch lesen – oder?

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      2. Nun, seine zuvor veröffentlichten Romane, für die er vielleicht entsprechende Honorare im Voraus einkassiert haben mag, sind inhaltlich weit weg von seinem philosophischen Sachbuch. Jemand, der ihn für einen Roman bezahlt hat, hat sicherlich nicht damit gerechnet, dass sein nächstes Werk ein Buch gegen die Ernährungsweise von 95% der westlichen Bevölkerung sein würde.
        In dem in Wikipedia genau zu diesem Punkt verlinkten Interview mit Foer sagt er übrigens, warum er kein Veganer ist und das ist ein ziemlich einfacher und mir absolut verständlicher Ansatz: Der Schritt schüchtert ihn ein. Und auch wenn er kein Veganer ist, ist das, was er in seinem Buch schreibt, durchaus mit seiner Person, seiner Lebensweise vereinbar.
        Ich würde mich in dieser Hinsicht vielleicht nicht nur auf die Meinungen und Ansichten Dritter verlassen, die recherchiert werden können, sondern einfach das Buch selbst lesen…
        Wo wir auch schon zu deiner Frage kommen: Ich finde, das ist ein Buch, das auch jeder Veganer gelesen haben sollte. Denn es bietet nicht nur Fakten, die wir alle kennen und gegen die du, wie du schreibst, seit Jahrzehnten ankämpfst, sondern ist eben auch ein Buch über die Gedanken, über die Lebensphilosophie dahinter. Und es bot zumindest mir ein paar Denkansätze, die mir vorher zwar grundsätzlich bekannt, aber irgendwie nicht bewusst waren, z.B. für den Umgang mit Andersdenkenden.

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      3. Zunächst Danke für Deine ausführliche Antwort! Wenn, wie Du schreibst, Dir das Buch von Foer „ein paar Denkanstöße“ geboten hat, so ist das für mich ein weiterer Grund, es möglichst bald zu lesen. Derzeit lese ich die bei Reclam erschienenen, nicht immer leicht zu verstehenden „Texte zur Tierethik“, weil ich darüber mit einem Freund diskutiere, der in der hiesigen Vegetarier-Szene sehr aktiv ist und sich selbst als „Home-Veganer“ bezeichnet.

        Das Interview mit Foer habe ich gehört und hoffe nun, dass er es bald schafft, Veganer zu werden, denn dann wäre er m. E. noch überzeugender. Allerdings verstehe nicht ganz, warum er sich damit so schwer tut. Würde er in einem bayerischen Dorf leben, wäre mir sein Zögern verständlicher. Das bitte ich aber nicht als Kritik zu verstehen, sondern nur als Ausdruck meiner Verwunderung.

        Manche Andersdenkende mögen meine Überzeugung als Tierrechtler und meine damit verbundene vegane Lebensweise als „fanatisch“ ansehen, doch im persönlichen Umgang mit ihnen hat mich noch niemand als „Fanatiker“ beschimpft. Die Nicht-Veganer tragen zweifellos erheblich zum Tierelend bei, aber dennoch halte ich sie nicht für „schuldig“, weil ich – aus Gründen, die wir schon erörtert hatten – bezweifle, dass die Menschen einen freien Willen besitzen, was ja Voraussetzung für persönliche Schuld ist. Seit ich mich in der Frage der Willensfreiheit, und zwar nach langem Zögern, Schopenhauers Meinung weitgehend angeschlossen habe, ist mein Umgang mit Andersdenkenden wesentlich entspannter geworden. Auch das scheint mir ein durchaus positives Ergebnis Schopenhauerscher Lebensphilosophie zu sein. 😉

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      4. Zum Verständnis: Ein „Home-Veganer“ ist vermutlich jemand, der sich daheim vegan ernährt, aber das außer Haus nicht so eng sieht?

        Ich glaube Foer geht es in erster Hinsicht nicht darum, dass er befürchtet, als Veganer seltsam angesehen zu werden oder die entsprechenden Nahrungsmittel nicht frisch zur Verfügung zu haben, wie im von dir erwähnten bayrischen Dorf (eine Anspielung? ;)) gut möglich wäre, ich denke ihm geht es mehr um den Aspekt des Überwindens der eigenen Gewohnheiten. Das mag im ersten Moment von einem fest überzeugten ethischen Veganer als nebensächlicher Aspekt angesehen werden, aber wir wissen auch, dass der Mensch nuneinmal ein Gewohnheitstier ist und es mit das Schlimmste ist, ihm eben das, woran er sich gewöhnt hat, zu nehmen. Deswegen ja der achsohäufige Satz, den wohl jeder Veganer immer wieder zu Ohren bekommt: „Ne, das könnte ich nicht.“ Weil sich die Menschen zwar oft grundsätzlich auf die richtige Seite stellen würden, was den ethischen Aspekt angeht, aber ihnen der Mut fehlt, die alten Traditionen, das, was oftmals einfach ihr Leben ausmachte bisher, loszulassen. Und das IST ein schwieriger Schritt, der Angst machen kann. Ich glaube nicht, dass das irgendjemand bestreiten kann. Deswegen ist es meines Erachtens so wichtig, den Menschen zu zeigen, dass es gar nicht so anders, so ungewohnt sein muss, sich vegan zu ernähren, vegan zu leben. Dass es im Grunde genommen vollkommen normal ist. Und dass „vegan leben“ nicht heißen muss, dass man plötzlich in anderen Sphären schwebt. (Der nächste Schritt, das „Aktivwerden“, in welcher Richtung auch immer, kommt dann meist vermutlich automatisch, weil es den meisten eine Herzensangelegenheit ist. Er sollte aber nicht als „Must-Do“ dargestellt werden, wie das oft geschieht.)

        So wie du das diesmal formuliert hast, sehe ich, denke ich, langsam den Sinn hinter dem Abstreiten eines freien Willens durch Schopenhauer. Das Thema ist bei mir allerdings noch nicht durch, ich habe noch zu knabbern. 😉

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      5. Zum Verständnis: Mein Freund glaubt, dass, wenn er auch außerhalb seiner Wohnung konsequenter Veganer wäre, dieses in seinem familiären Umfeld Befremden auslösen könnte. Da ich ihn auch wegen seiner sonstigen ethischen Einstellung sehr schätze, möchte ich das nicht zum Streitpunkt machen. Dennoch könnte man in diesem Falle leider folgern, dass das Wohlwollen einiger Familienmitglieder für wichtiger gehalten wird als das Leid der Tiere.

        Mein Hinweis auf das „bayrische Dorf“ sollte keine Anspielung, sondern nur ein erläuterndes Beispiel sein. Gerade als Veganer (bzw. früher Vegetarier) habe ich oftmals sehr deutlich den Unterschied zwischen Berlin und den ländlichen Gegenden Alt-Bayerns erfahren müssen. Wer in das dörfliche, katholische bayrische Milieu sozial fest eingebunden ist, dürfte es weit schwieriger haben, dort vegan zu leben, als etwa im weltoffenen atheistischen Berlin. (Ich hoffe, Du wirst mir diesen Vergleich nicht als Berliner „Überheblichkeit“ übel nehmen.)

        Vegan leben – „Ne, das könnte ich nicht“. Auch ich habe den von Dir zitierten Spruch oft gehört. Doch die Betreffenden könnten es, wenn sie es WOLLTEN, was wiederum die Frage nach der Willensfreiheit aufwirft. Davon abgesehen, hast Du meiner Meinung nach genau den Punkt getroffen: Es geht hier um eine „Herzensangelegenheit“. Kein Kopfargument kann zu einer ethisch motivierten veganen Lebensweise führen, wenn es nicht das Herz rührt.

        Die „Must-Do“ – Argumentation ist von meiner Seite aus nur der Hinweis auf eine nicht zu bestreitende Tatsache, nämlich: Jeder, der nicht mehr als unvermeidbar zum Tierelend beitragen will, MUSS vegan leben. Das ist ein zwingender Zusammenhang, der auch dann gilt, wenn es für viele „Tierfreunde“ schwierig sein kann, daraus die praktischen Konsequenzen zu ziehen. Selbst bei diesem Thema halte ich aber (wie Schopenhauer) nichts von Moralpredigten, sondern versuche mich auf die Darstellung von Tatsachen und Zusammenhängen zu beschränken. Ob ich dabei das „Herz rühre“, muss ich leider oftmals bezweifeln. Angesichts des Tierelends versuche ich es trotzdem, obwohl ich mit Schopenhauer der Überzeugung bin, dass ich am fehlenden Mitgefühl, also am Charakter eines Menschen, nichts ändern kann. Ein Herz aus Stein bleibt eben Stein – doch manchmal geschehen Wunder!

        Die Frage nach der Willensfreiheit ist eines der schwierigsten Themen. Doch besonders dieses Thema steht an der Spitze der (jährlich sechsstelligen) Besucherzahlen meiner Schopenhauer-Blogs und -Homepages. Ich selbst wundere mich über dieses eindeutige Ergebnis meiner Web-Statistiken, denn ich gehe davon aus, dass die Menschen es für selbstverständlich halten, dass sie einen freien Willen haben.
        Auch deshalb kann ich Dich gut verstehen, dass Du bei diesem Thema „noch nicht durch“ bist und „noch zu knabbern“ hast. Ehrlich gesagt: Mir geht es genau so! 😉

        Wenn ich bei solchen schwierigen Fragen stecken bleibe, dann grüble ich über sie nicht weiter nach, sondern lasse sie einfach im Kopf stehen. Das Unterbewusstsein arbeitet jedoch weiter, also nicht ICH knabbere, sondern ES knabbert in mir. Oft habe ich Glück (?) und plötzlich, wie aus der Luft geflogen (Inspiration?), bekomme ich die Antwort. Wichtig dabei ist, dass man für solche Fragen offen bleibt und sich nicht selbst durch vorgefasste Meinungen den Weg zu ihrer Lösung versperrt. Das ist meine Lebensphilosophie, für die, wie ich glaube, gerade Du Verständnis hast. 😉

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      6. „…dass das Wohlwollen einiger Familienmitglieder für wichtiger gehalten wird als das Leid der Tiere.“
        Das wird sogar zum Teil so erwartet! Ich habe mir selbst schon den Vorschlag meiner Mutter anhören dürfen, ich solle doch zumindest bei größeren Familienzusammenkünften und/oder Feiertagen „einfach so mitessen“, wenn sich der oder die Kochende doch schon solche Mühe gibt… Manche können oder wollen es einfach nicht nachvollziehen, welcher Gedanke dem veganen Leben zugrunde liegt. Und scheinbar auch einige Veganer selbst nicht. Irgendwie schade.

        Das „bayrische Dorf“ habe ich nicht übel genommen (hätte ich auch nicht, wäre es eine Anspielung gewesen) und erst recht nicht als „Überheblichkeit“ eingestuft. Wobei es manchmal sogar mir als gebürtigem Bayer schwer fällt, im Hinblick auf „bayrische Dorf-Mentalität“ nicht überheblich zu werden… 😉

        Deinen letzten Absatz kann ich übrigens komplett so unterschreiben. 😉

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      7. Ich kann Deine Erfahrungen aus den Familienzusammenkünften sehr gut nachvollziehen. Wahrscheinlich geht es vielen Veganern ähnlich. Deinen Satz „Und scheinbar auch einige Veganer selbst nicht.“ habe ich leider nicht ganz verstanden. Welche Art von Veganern meinst Du damit? Zum Hintergrund meiner Frage: Ich war kürzlich beim „Veganer-Stammtisch“. Es kamen weit mehr als sich dazu angemeldet hatten, so dass das Restaurant überfüllt war. Alle, mit denen ich dort sprechen konnte, leben aus ethischen Gründen vegan. Deshalb nehme ich an, dass die Veganer sich sehr bewusst sind, welcher Gedanke dem veganen Leben zugrunde liegt.

        Im übrigen halte ich es für besonders bemerkenswert, wenn jemand aus einem „bayerischen Dorf“ kommt trotz dieses Umfeldes Veganer wird. Ich glaube, dass der/die Betreffende den Gedanken, welcher dem veganen Leben zugrunde liegt, nicht nur verstanden, sondern verinnerlicht hat. Das wiederum gibt dann die notwendige Kraft, um sich gegen eine andersdenkende und -fühlende Umwelt behaupten zu können. Jedenfalls finde ich es sehr ermutigend, dass es solche positiven Beispiele gibt – und diese Beispiele werden, wie mir scheint, immer mehr! 😉

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      8. Welche Art von Veganern ich meine? Solche, die sich als „Home-Veganer“ bezeichnen.

        Ansonsten hast du Recht – ich kenne hier am Ort (nicht mal 7500 Einwohner) außer mir bereits zwei weitere Veganer persönlich. Wo ich mich am Anfang (2009) doch sehr allein gefühlt habe, ist das tatsächlich sehr ermutigend. 🙂

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  2. Ich finde es gut, dass Du Dich für Tierethik einsetzt. Ich erlebe es immer wieder mit Verwunderung und auch ein wenig Traurigkeit, wenn ich lese, mit welchen einfachen „Argumenten“ viele Menschen Tiere nahezu grenzenlos abwerten. Ich meine, dass man vielen Tieren angesichts von Skinner-Box-Experimenten sogar ein kategorisch-kausales Denken zusprechen muss, denn schließlich müssen sie kausale Verbindungen begreifen, damit operante Konditionierung funktioniert. Auch Psychopharmaka funktionieren bei vielen Säugetieren, so dass hier von einer komplexen emotionalen Sphäre ausgegangen werden muss. Schön, dass es auch Denkende und Mitfühlende gibt.

    Viele Grüße
    Der Philosophie Forum Freund

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  3. Ich selbst philosophiere, um die Grundlagen zu kommen. Und das meine ich so allgemein. In jeder Sphäre des Lebens, in der Biologie, in der Ökonomie, in der Ethik, da benötigt man es: das klare und eindeutige Argumentieren. Ohne dieses Argumentieren kommt man eigentlich nicht weiter. Schade, dass das immer weniger erkannt wird.

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