Ein Schopenhauerianer und Veganer freut sich!

Noch vor dem Frühstück hatte ich Grund zur Freude, nämlich als ich die Überschrift meiner Tageszeitung las. Nicht immer sind deren Überschriften erfreulich, aber heute morgen konnte ich mich wirklich freuen:

„Schöner leben: Berlin wird Hauptstadt der Veganer“ – heißt die erste Nachricht auf Seite 1 der „Berliner Zeitung“. Diese in Berlin und Brandenburg viel gelesene Zeitung widmet dem Thema “ Veganismus “  ihre gesamte Seite 3! Bereits die Überschrift stimmte mich sehr optimistisch: „Das gute Leben. Gemüse ist das neue Fleisch: Immer mehr Menschen ernähren sich vegan – um die Tiere zu schonen. Und weil es schick ist“.

Jedoch nicht nur seine Überschrift, sondern auch sonst vermittelt dieser Artikel ein durchaus positives Bild der veganen Lebensweise. Ich finde, das ist ein sehr wichtiger Beitrag, weil er breite Bevölkerungsschichten erreicht und objektiv aufklärt über den Veganismus, der im Gegensatz zum Vegetarismus leider immer noch zu wenig in der Öffentlichkeit bekannt ist. An meiner veganen Lebensweise ändert der Artikel nichts, aber er beweist mir, dass das Thema “ Veganismus “ zunehmend in unserer Gesellschaft, und zwar besonders unter jungen Menschen, auf Verständnis stößt.

Auch als Schopenhauerianer, der sonst nicht gerade vom Fortschrittsglauben durchdrungen ist, bin ich zuweilen, wenn dazu Grund besteht, optimistisch. Man kann sich über Fortschritte, selbst wenn sie nur gering sind, freuen, ohne dabei in bloßes Wunschdenken zu verfallen. Für mich gehört das zu Arthur Schopenhauers Lebensphilosophie, die ich sehr gut mit meinem Leben als Veganer und Tierrechtler verbinden kann. 
hb

Übersicht (alphabet. in Stichworten) zu den Themen der Arthur Schopenhauer Blogs > hier

Weiteres zu Arthur Schopenhauer und seiner Lebensphilosophie > hier

 

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9 Gedanken zu “Ein Schopenhauerianer und Veganer freut sich!

  1. Ich glaub, ich muss dieses Jahr doch nochmal nach Berlin hoch und mir die „Szene“ mal ansehen… Vielleicht im Herbst… Ist Berlin Ende Oktober schön? 😉

    Gute Neuigkeiten, ohne Frage.

    Was mich mal interessieren würde: Ab wann genau ist man wohl „Schopenhauerianer“? Gibts da ne Definition?

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    1. Schön, dass Du Dir mal in Berlin die „Szene“ ansehen willst.Trotz sehr erfreulicher Tendenz ist in Berlin leider noch nicht an jeder Ecke ein Veganladen oder -imbiss. Deshalb schau Dir vorher die Webseiten von http://www.berlin-vegan.de/sitemap/ an, denn dort kannst Du viele Infos bekommen. In Berlin ist in jeder Hinsicht sehr viel los. Daher dürfte das Wetter keine so große Rolle spielen. Im Oktober hatten wir hier aber meistens gutes Wetter. Also: Auf nach Berlin!

      „Schopenhauerianer“ kann sich eigentlich jeder nennen, der glaubt, mit Schopenhauers Lebensphilosophie im wesentlichen übereinzustimmen. Eine „amtliche“ Defintion gibt es dazu nicht. Leute, die als Berufsphilosophen über Schopenhauer schreiben oder Vorträge halten, sind – wie ich feststellen musste – oft keine „Schopenhauerianer“. Ja, ich möchte sogar unterscheiden zwischen „geborenen“ Schopenhauerianern und nur anstudierten Schopenhauer“kennern“. Die Erstgenannten sind solche, die von Schopenhauer möglicherweise noch gar nichts wissen, jedoch von ihrer ganzen Natur, ihrem Fühlen und Denken her von selbst zu einer Weltanschauung gekommen sind, die der von Schopenhauer nahe steht. Ohne überheblich zu sein, glaube ich, mich selbst dazu zählen zu dürfen. Vielleicht gehörst auch Du dazu, aber das kannst nur Du selbst beurteilen.

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      1. Würde das gleich mit einem Besuch einer Freundin, die in Neukölln wohnt, verbinden, die sagt, ein veganes Café liegt gleich bei ihr um die Ecke. 🙂
        Den Link werde ich vor einem Besuch allerdings sehr genau studieren (und wohl 1-2 leere Koffer für die Rückreise mitnehmen, damit ich mich eindecken kann. 😉 )
        Naja, bis jetzt isses ja nur ein Gedanke, ob das hinhaut steht noch in den Sternen. Aber die „Hauptstadt der Veganer“, ey, das muss man doch schon mal gesehen haben. Aus diesem Blickwinkel betrachtet könnte mir Berlin vielleicht sogar doch gefallen…

        Ich glaube, ich bin zu uneins mit Herrn S., was das Thema „freier Wille“ angeht, um mich selbst als Schopenhauerianerin zu bezeichnen…

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      2. Na ja, hoffentlich klappt´s mit Deinem Berlin-Besuch. Übrigens, der Zeitungsartikel ist jetzt auch online > http://www.berlinonline.de/berliner-zeitung/archiv/.bin/dump.fcgi/2010/0329/seite3/0001/index.html

        Was „Herrn S.“ angeht, so verstehe ich, dass Du mit dem Thema „freier Wille“ (noch?) Probleme hast, denn ich hatte sie lange Zeit auch. Ansonsten glaube ich, dass Du erstaunlich viele Ansichten von Herrn S. teilst. Da ist es dann eigentlich egal,ob Du Dich selbst als Schopenhauerianerin bezeichnest oder nicht. Die Tatsache, dass Du Veganerin bist und z. B. durch Deinen Blog über die vegane Lebensweise informierst, finde ich viel viel wichtiger als irgendwelche äußerlichen Bezeichnungen.

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      3. So habe ich das auch schon immer gesehen: Eine Bezeichnung, ein „Einsortieren in eine Schublade“, das ist nicht wichtig.
        Obwohl ich als Teenie Iro getragen habe – so richtig als „echten Punk“ hab ich mich nie gefühlt. Auch wenn ich bald darauf sehr oft schwarze Klamotten anhatte, mich selbst als „Gothic“ oder „Grufti“ zu bezeichnen fiel mir schwer, irgendwas hat sich in mir gesträubt.
        Ich schätze, ich WILL gar nicht als irgendwas bestimmtes bezeichnet werden können, ok, außer vielleicht als Veganer. 😉 Viel zu riskant, dass man dann von mir in Klischees denken könnte – dass ich selbst vielleicht mal anfange Klischees zu bedienen, weil es „sich so gehört“…
        Gut, dieses Problem existiert bei philosophischen Ansichten vielleicht nicht so wie bei politischen oder kulturellen, aber dennoch. Ich bleibe lieber „Clusynatzianerin“, das lässt mir alle Türen offen. ^^
        Und aktiv sein kann ich auch ohne Schublade, wie du ja schon geschrieben hast. 🙂

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      4. Schopenhauer schätzte das auf eigene Anschauung gegründete eigene Denken und nicht das bloße „Wiederkauen“ fremder Ansichten. Als „Selberdenker“ im Sinne Schopenhauers wird man in keine Schublade so richtig reinpassen. Demnach bedeutet „Schopenhauerianer“ nur, dass man der Lebensphilosophie Schopenhauers nahe steht, nicht aber das man unbedingt mit Schopenhauer in allem und jedem völlig übereinstimmen muss. Wie dem auch sei, jedenfalls freue ich mich über die Aktivitäten der „Veganerin“ und „Clumsynatzianerin“, was ich leider von der Passivität mancher „Schopenhauerianer“ nicht sagen kann. 😉

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